Vor ein paar Tagen hatte ich mein einjähriges veganes Jubiläum! Manchmal verging die Zeit schnell und manchmal überhaupt nicht. Die Entscheidung vegan zu werden habe ich niemals bereut. Ich vermisse nichts so wirklich und habe keine Gelüste.
Wenn ich es mal schade finde, dass ich eine duftende Salami oder mein früher so geliebtes Lachs-Sushi ohne schlechtes Gewissen essen kann, denke ich einfach an die anderen köstlichen Sachen, die die vegane Küche zu bieten hat.
Am Anfang konnte ich es kaum ertragen, jemanden neben mir Fleisch essen zu sehen. Ich sah vor meinem geistigen Auge immer das entsprechende Tier vor mir, wie ihm gerade die Kehle durchgeschlitzt wird.
Es ist alles so einfach, wenn die richtige Motivation dahinter steht. Ich könnte es nie wieder verantworten auf Kosten der Tiere zu essen.
Letztens wurde ich gefragt, ob das nicht total schwer ist. Ich habe gesagt, dass vegane Gerichte so wie vegetarische sind, nur dass die anderen tierischen Produkte ersetzt werden.
Da ich noch nie ein hardcore Käsefan war und Milch eh nicht mehr so gut vertragen habe, finde ich es überhaupt nicht schwierig. Wenn man nicht ständig Ersatzprodukte kauft, ist vegane Ernährung auch gar nicht so teuer, wie man mir immer weismachen möchte. Ich gebe, genau wie vorher, ca. 150 Euro im Monat für Lebensmittel aus. Wenn ich sehr sparsam wäre, würden mir auch 100 reichen. Mal davon abgesehen, dass es auch nicht gesund ist, wenn man ständig nur Sojaschnitzel, Sojawürste, Soja-Geschnetzeltes, Sojamilch, Sojajoghurt oder was weiß ich in sich reinstopft.
Die meisten Menschen wissen gar nicht, was überhaupt in ihrem Essen drin ist, was ich sehr verwunderlich finde. Jeder muss selbst entscheiden, was er seinem Körper zuführt, aber wenn man überhaupt keine Ahnung hat, was in seinem Essen drin ist und wie es auf den Körper wirkt, wie soll man dann Entscheidungen treffen? Schade, dass es vielen so egal ist. Und das auf Kosten der unschuldigen Tiere. Die meisten würden es wahrscheinlich gar nicht merken, ob nun tierische Produkte enthalten sind oder nicht. Ob in einem Keks nun Milchzucker drin ist oder nicht, schmeckt man doch eh nicht. Die meisten sind nur zu faul sich nach Alternativen umzusehen.
Die besten Fragen:
"Gibt es denn überhaupt Schokolade ohne Milch?" Ich: "Ja, die nennt man Schokolade. Die andere heißt Milchschokolade. Und außerdem war ich noch nie so ein Schokofan."
"Gibt es denn überhaupt Nudeln ohne Eier?" Ich: "Ja, natürlich!" Daraufhin schaute mein Gesprächspartner das nächste Mal sehr skeptisch auf die Nudelpackung und stellte überrascht fest, dass diese wirklich nur aus 100 % Hartweizengrieß bestehen.
"Du kannst ja gar kein Brot mehr essen, da ist doch Milch drin". Da war ich erstmal sprachlos. Ich hab dann einfach geraten, sich mal die Zutaten auf Brot durchzulesen.
Der einzige "Nachteil" ist, dass man nicht an jeder Straßenecke irgendwelchen Müll in sich reinfressen kann, aber will man das wirklich? Erstens spart man Geld und zweitens Kalorien.
Am schlimmsten finde ich es, dass viele Leute wirklich glauben, sie könnten ohne dies und jenes nicht überleben. Wir haben hier so einen hohen Standard und sind vielleicht an viele Bequemlichkeiten gewöhnt, aber man kann immer überleben. Außer ohne Wasser, Sauerstoff oder Sonne. Die Frage, ohne was man nicht leben kann, erübrigt sich damit also. Die Frage ist eher, ohne was man nicht leben MÖCHTE.
Natürlich könnte ich hier noch alle anderen Gründe durchkauen, die für eine vegane Ernährung sprechen, aber ich denke, die haben wir alle schon tausendmal gehört. Ich komme mir schon vor, als würde ich die Argumente als Mantra wiederholen müssen, weil so viele Lügen in der breiten Masse als Wahrheit geglaubt werden.
Schade finde ich, wenn Leute einen typischen Omni-Bingo Spruch ala "Aber die Kühe müssen doch gemolken werden" bringen und sich dann nichtmal meine Antwort anhören, sondern mich unterbrechen und irgend einen Müll labern oder ein anderes Thema anfangen. Das ist respektlos, genau wie ihre Ernährung.
Auf ein weiteres veganes Jahr! ♥
Jedes Lebewesen sollte das Recht haben seine Bedürfnisse frei auszuleben und nicht eingesperrt, gequält oder getötet werden! Wir dürfen unsere Macht über hilflose Lebenwesen nicht missbrauchen. Für kein Tierleid mehr auf der Welt! Vegan seit dem 07.01.2012 ♥
Posts mit dem Label Allgemein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Allgemein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 15. Januar 2013
Sonntag, 28. Oktober 2012
I love blogs
Follow my blog with Bloglovin
Ich hab mich bei bloglovin angemeldet, damit ich meinen Lieblingsblogs leichter folgen kann. Keine Ahnung, ob das funktioniert, bin mal gespannt! Dann werde ich hoffentlich hier auch wieder häufiger posten!
Ich hab mich bei bloglovin angemeldet, damit ich meinen Lieblingsblogs leichter folgen kann. Keine Ahnung, ob das funktioniert, bin mal gespannt! Dann werde ich hoffentlich hier auch wieder häufiger posten!
Sonntag, 29. Januar 2012
Gekeimte Körner
Gestern war ich im Naturkostladen um die Ecke und habe für ein Vermögen Hefeflocken gekauft. Ich hoffe die gibt es irgendwo anders noch billiger.
Dafür hat mir der Inhaber (?) etwas über gekeimte Körner erzählt. Ich glaube zwar nicht, dass man durch den Verzehr von gekeimten Körnern kein HIV bekommt, aber der Rest hörte sich sehr interessant an.
Durch das keimen der Körner wird der Vitamingehalt des Korns erhöht, außerdem werden anscheinend einige Stoffe umgewandelt, sodass Menschen sie besser aufnehmen können.
Vielleicht werde ich bald versuchen selbst gekeimte Körner herzustellen und daraus Brot zu machen.
Nächste Woche werde ich erstmal versuchen normales Brot zu backen.
Dafür hat mir der Inhaber (?) etwas über gekeimte Körner erzählt. Ich glaube zwar nicht, dass man durch den Verzehr von gekeimten Körnern kein HIV bekommt, aber der Rest hörte sich sehr interessant an.
Durch das keimen der Körner wird der Vitamingehalt des Korns erhöht, außerdem werden anscheinend einige Stoffe umgewandelt, sodass Menschen sie besser aufnehmen können.
Vielleicht werde ich bald versuchen selbst gekeimte Körner herzustellen und daraus Brot zu machen.
Nächste Woche werde ich erstmal versuchen normales Brot zu backen.
Dienstag, 17. Januar 2012
Supermarkt mit anderen Augen
Seit Montag bemühe ich mich also zumindest schonmal vegan zu essen. In der Durchführung klappt es noch nicht so gut, aber die Motivation ist hoch!
Es ist schwieriger als ich hoffte, aber nicht schwieriger als ich befürchete. Viele Sachen, die ich sonst bei Penny gekauft habe, muss ich nun bei Rewe kaufen, weil Penny keine Alternativen anbietet.
Das Brot, das ich immer kaufte, ist wahrscheinlich nicht vegan. Deshalb kaufe ich jetzt das von Harry. Ich hoffe die Infos sind noch aktuell, die sind ja immerhin schon 10 Jahre alt! Naja, besser als wissentlich ein unveganes Brot zu kaufen.
An Brotaufstrich verwende ich die Alnatura Aufstriche, die zwar potentiell unvegane Stoffe enthalten, aber die finde ich nicht so schlimm. Auch wenn mich einige dafür sicher steinigen.
Meinen Kaffee trinke ich mit Sojamilch. Ich liebe Soja, ich steh total drauf. Leider ist es nicht gut, zu viel davon zu essen...
Mein Müsli mit Honig esse ich noch auf. Es war mir nicht möglich ein veganes Müsli zu finden, weder im Penny noch im Rewe.
Mittags esse ich wie immer irgendwas mit Nudeln, Reis oder Kartoffeln. Da ich schon seit Ewigkeiten angekündigt habe, wieder mehr selbst zu kochen, fällt meinen Kollegen gar nicht auf, dass ich nun vegan für mich koche.
Abends gibt es etwas ähnliches wie mittags, nur wenn möglich ohne Kohlenhydrate, da ich weiterhin noch 9 kg für mein Traumgewicht verlieren muss.
Heute war ich bei Subway, weil die vegane Sandwiches haben. Leider hab ich eine unvegane Soße erwischt, wie ich später in diesem Blog recherchierte. Nunja, kann man nix machen. Das nächste Mal bin ich schlauer.
Eine Anfrage im Okinii läuft auch schon. Das war nämlich bis vor kurzem mein Lieblingsrestaurant.
Das größte "Problem" ist, dass ich keinen Ofen habe und auch keinen Platz/Anschluss, um einen aufzustellen. Damit ist folgendes gestorben: Brot, Kuchen, Kekse und Aufläufe. So ein Mist!
Dienstag, 10. Januar 2012
Wie die Erkenntnis mich traf...
Irgendwann im Januar 2012 fiel der Groschen. Die Erkenntnis traf mich wie ein Ziegelstein am Hinterkopf.
Über Weihnachten und Silvester hatte ich meine Schlank im Schlaf Diät schleifen lassen. SiS ist eine Trennkost, die versucht den Insulinspiegel gleichmäßig zu halten und die Fettverbrennung anzukurbeln. Morgens keine tierischen Eiweiße, sondern Kohlenhydrate, abends keine Kohlenhydrate, sondern tierische Eiweiße. Nur, was sollte ich morgens essen? Ich mag weder Marmelade, noch Honig, und ständig Tomate auf Brot war unbefriedigend. Ich begann mich nach veganen Alternativen umzusehen.
Außerdem hatte ich Liebeskummer und badete in meinem Leid. Ich fragte mich, warum ich so machtlos sei und womit ich das eigentlich verdient hätte. Warum war ich so ignorant behandelt worden? Das hatte ich nicht verdient.
Da traf mich die Erkenntnis. Ich beschwerte mich, dass ich leide, aber durch mich litten so viele Tiere durch meinen Verzehr von tierischen Produkten! Ich war geschockt über diese Erkenntnis. Ich, die sich für alle Unversehrtheit wünscht und niemanden schlagen kann, ließ es zu, dass für mich jeden Tag Tiere sterben und gequält werden. Sie werden eingesperrt, können nicht ihr natürliches Leben leben und das nur, weil sie wehrlos sind! Unschuldig und wehrlos.
Diese Ignoranz schockte mich. Ich will nicht ignorant sein!! Ich will nicht, dass irgend ein Tier gequält wird.
Die Preise müssen niedrig sein, der Rest ist egal. Was den Tieren dadurch angetan wird, ignorieren die meisten gerne. Solange eine grüne Weide auf der Verpackung ist, ist alles ok.
Solange man nicht sieht, wie die Tiere in den Schlachthof getrieben werden und ihnen die Kehle aufgeschlitzt wird, kann man es ja essen.
Solange man nicht sieht, wie die Hühner kein Tageslicht abbekommen, ihre Schnäbel abgeschliffen werden und sie ein vielfaches der Eier legen, die sie normalerweise legen würden, und das ihren Körper so auslaugt, dass sie lange vor ihrer Lebenserwartung sterben, ist ja alles ok. Um die männlichen Küken, die keinen wirtschaftlichen Nutzen haben und zerschreddert werden, trauert niemand.
Dass die Milchkühe tagein tagaus rumstehen, dass sie jährlich zum kalben gezwungen werden und ihre Kinder ihnen entrissen werden, wobei die männlichen Kälber zum Kalbfleisch werden und die weiblichen Kälber das gleiche Schicksal wie ihre Mütter erwartet, dass ihre Euter zum Zerbersten voll sind, das ist egal, Hauptsache es kommt gesunde Milch auf den Tisch.
Selbst ohne die ökologischen Aspekte zu betrachten ist das schon ein großer Schock für mich gewesen.
Ich weiß, dass man die Menschen nicht schnell genug ändern kann. Den Großteil der Menschen kann man wahrscheinlich überhaupt nicht für eine vegane Lebensweise begeistern. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und in den Köpfen und in der Gesellschaft muss sehr viel passieren, damit kein Tier mehr gequält wird.
Bisher war es eine gute Ausrede. Man kann es eh nicht ändern. Wozu also anstrengen.
Ich kann diese Last nicht mehr tragen. Wenn andere Menschen damit leben und es ignorieren können, dass in jeder Sekunde etliche Tiere für ihren Genuss leiden, ist das traurig.
Mir wurden endlich die Augen geöffnet.
Für Veganismus habe ich mich schon länger interessiert. Den ersten Kontakt mit einer Veganerin habe ich in der Schule gehabt. Sie brachte mal einen veganen Kuchen mit und ich hielt sie für seltsam. Interessant, aber sinnlos. Noch vor kurzem ärgerte ich mich über eine andere vegane Freundin, weil ich aus dem gewohnten Einkaufsmuster ausbrechen musste und mal nachdenken musste. Wie konnte ich nur so ignorant sein?
Ich werde mein bestes tun, damit ich in Zukunft ruhigen Gewissens in mein Essen beißen kann, ohne den Geschmack von Mord zu schmecken.
Abonnieren
Posts (Atom)